Special Teams

Special Teams

Damit sind die Spieler gemeint, die bei Kickoffs, Punts, Extrapunkten und Field Goals eingesetzt werden. Sie werden so genannt, da sie spezielle Aufgaben erfüllen müssen, die nicht in jedem Spielzug erforderlich sind. Kicker und Punter sind oft sehr unscheinbar. Das Publikum nimmt sie meistens nur wahr, wenn sie ihre Aufgabe nicht gut erfüllen. Dabei sind beide sehr wichtig für ihr Team, da oft genau diese Punkte, welche der Kicker einbringen kann, spielentscheidend sein können.

 

Kicker (K)

Als Kicker bezeichnet man im American Football den Spieler, der dafür zuständig ist, ein Field Goal und den Point after Touchdown (PAT), zu Deutsch Extrapunkt, zu erzielen, d. h. den Ball durch das Torgestänge am jeweiligen Ende des Spielfeldes zu schießen.

Ein Field Goal wird dann versucht, wenn ein Team nach drei Versuchen keine Möglichkeit sieht, beim vierten Versuch ein neues First Down zu schaffen. Ist das Team bereits nahe genug an der gegnerischen Endzone, kommt der Kicker ins Spiel. Schafft er es, den Ball durch die Goalposts (Torstangen) zu schiessen, erhält sein Team drei Punkte. Ist man noch zu weit entfernt für ein Field Goal kommt der Punter zum Zuge (siehe Punter)

Den Point after Touchdown erhält ein Team, nachdem es einen Touchdown erzielt hat. Hier versucht der Kicker, von der 15-Yardlinie aus, den Ball zwischen die Stangen zu treten. Gelingt es, erhält sein Team einen zusätzlichen Punkt. Dabei wird der Ball, ähnlich wie bei einem normalen Snap, vom Long Snapper durch dessen Beine an den Holder geworfen. Dieser hält den Ball fest und stellt ihn so hin, damit der Kicker seine Arbeit erledigen kann. (Siehe Bild) Der Holder ist eine Zusatzaufgabe eines anderen Spielers. Meistens des Punters oder des Ersatz-Quarterbacks.

Es gibt nach einen Touchdown allerdings auch die Möglichkeit, einen weiteren Versuch von der 2-Yardlinie auszuspielen. Gelingt dies, erhält das Team Zwei Punkte. In diesem Fall kommt der Kicker nicht zum Zuge.

Nach dem Touchdown und den (allenfalls) Zusatzpunkten wird der Ball an die eigene 35 Yardlinie gelegt. Der Kicker tritt nun den Ball so weit wie möglich in die gegnerische Hälfte. Dies wird auch bei Beginn der beiden Halbzeiten durchgeführt. (Weiteres siehe Returner)

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Punter (P)

Als Punter bezeichnet man im American Football den Spieler, der für die Punts zuständig ist.

Ein guter Punter muss wie ein Kicker ein gutes Schussbein sowie eine gute Technik aufweisen können, denn auch hier wird ihm der Ball erst zugesnappt und er muss dann möglichst weit und genau geschossen werden. Der Punter kickt den Ball jedoch nicht vom Boden her sondern bekommt den Ball in seine Hände. Jedoch sind gute Nerven nicht vonnöten, da der Punt eher ein Befreiungsschlag denn eine Punktmöglichkeit ist. Deshalb ist der geringe Einsatz des Punters ein Indikator für die Überlegenheit seiner Mannschaft.

Durchschnittliche Punts haben eine Weite von 30 bis 40 Yards, Spitzenwerte liegen bei über 80 Yards. Auf die Weite alleine kommt es bei einem Punt jedoch nicht an, da der Ball lange in der Luft bleiben muss (Hangtime), damit die Spieler des puntenden Teams so weit wie möglich in die Richtung des Returners vordringen können, um ihn zu stoppen. Gute Punter verfügen zusätzlich über die Fähigkeit, dem Football Effet zu geben, der beim Gegner sog. muffs (dt.: fehlgeschlagenes Fangen) provoziert, die in einem Fumble resultiert.

Wird etwa von der Mittellinie oder gar näher zur gegnerischen Endzone gepuntet, so sollte der Football an, aber nicht in die gegnerische Endzone getreten werden: Beim Flug in die Endzone gibt es ein unerwünschtes Touchback, das dem gegnerischen Team den Ball an der eigenen 20-Yardlinie zurückgibt und den Raumgewinn größtenteils zunichtemacht. Ziel des Punters ist es, in die sogenannten coffin corner (dt.: Todesecke) kurz vor der gegnerischen Endzone ins Aus gehen zu lassen. Hierbei gilt jeder Punt, der innerhalb der 20-Yardslinie des Gegners endet als Erfolg. Im Extremfall befindet sich der Gegner sogar an der eigenen Ein-Yard-Linie und somit in der schlechtesten Angriffsposition. Die Distanz zur anderen Endzone betrüge die maximal möglichen 99 Yards.

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Long Snapper (LS)

Der Long Snapper ist ein Spezialist. Ähnlich wie der Center in der Offensive Line befördert er den Ball durch seine Beine zu einem Mitspieler. Die Distanz zum Mitspieler (Punter, Holder) ist jedoch deutlich größer, aber erfordert dadurch eine noch größere Genauigkeit und Schnelligkeit. Ihre enorme Wichtigkeit zeigt sich, indem inzwischen jedes NFL Team einen Spieler hat, der nur das macht. Eine häufig aufkommende Frage lautet, warum dies nicht auch der Center machen kann, da er dies während des Spiels auch macht. Die Antwort darauf ist, dass der Long Snapper eher die Statur eines Linebackers denn eines O-Liners aufweist. Dies daher, weil er in Puntsituationen nach dem Snap gemeinsam mit seinen Kollegen das Feld runterrennt und den Returner am zurücktragen des Balles hindert. Ein Center ist (meistens) dafür nicht schnell genug.

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Returner (R,PR,KR)

Der Kick- und/oder Punt-Returner ist nach einem Kickoff oder Punt des gegnerischen Teams dafür zuständig, den Ball zu fangen und möglichst weit zurück zu tragen (engl. to return – zurückbringen, -tragen).

Die Fangtechnik ist dabei die einzige Technik, die nur in den Special Teams eingesetzt wird. Anders als bei einer Interception kommt der Ball aus einer größeren Höhe und hat dadurch einen spitzeren Winkel und besitzt eine größere Geschwindigkeit. Der Ball wird nicht aus der Luft gefangen, stattdessen werden die Arme an den Ellenbogen zusammen geführt und durch leichtes zurücklehnen des Oberkörpers wird ein kegelförmiger Korb gebildet. Beim Fang stellt sich der Returner parallel zum Ball und geht in die Hocke um den Schwung des Balles besser aufnehmen zu können.

Alternativ kann er einen sogenannten Fair Catch anzeigen, dann darf er den Ball unbehelligt fangen und dabei nicht getackelt werden, darf den Ball aber nicht mehr weiter nach vorn tragen. Der Returner wählt den Fair Catch, wenn ihm die Gegner zu nahe kommen und ihm dadurch beim Fangen des Balls die Gefahr eines Fumbles zu groß ist.

Die Offense beginnt ihren Angriff an der Stelle, an der der Fair Catch stattfand oder an der Stelle bis zu der der Returner den Ball zurücktragen konnte. Fängt der Returner den Ball in der eigenen Endzone und trägt ihn nicht zurück, sondern geht auf die Knie oder macht dort einen Fair Catch, so gibt es ein Touchback und die Offense beginnt an der eigenen 20-Yardlinie. In diesem Fall muss ein Returner schnell entscheiden, ob er überhaupt den Football fängt. Läuft er mit dem Ball heraus, ohne die 20-Yardslinie zu erreichen, so hätte er lieber den Touchback zugelassen.

Ein Kick Returner ist meistens ein sehr schneller Spieler. Diese Rolle wird also oft von einem Wide Receiver, Defensive Back oder einem Runningback übernommen. Üblicherweise übernehmen Reservespieler die Positionen in den Special Teams.

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