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Der Angriff (Offense)

Offensive Line (LT,LG,C,RG,RT)

Die O-Line Spieler agieren an vorderster Front als Blocker und gelten als Fundament der gesamten Offense. Die Line besteht aus fünf Spielern. Sie besteht (von links nach Rechts) aus Left Tackle, Left Guard, Center, Right Guard, Right Tackle. Die Aufgabe der Line besteht aus zwei Aufgaben:

–> Run Block: Hier wird der Gegner nach vorn und -nach Bedarf– zur Seite geschoben, damit dem Ballträger (RB,FB) ein Weg freigemacht wird und dieser ungestört und weit nach vorne laufen kann. Dabei schafft die Offense meist auf einer Seite oder an einer Stelle ein Übergewicht an Blockern. Manchmal helfen hier auch Tight End`s und/oder der Fullback aus.

–> Pass Block: Hier gehen die Offensive Linemen nach hinten und bilden einen Halbkreis, der aussieht wie eine Tasche (Pocket), um den Quarterback zu schützen. Darüber hinaus dürfen sie bei Passspielzügen die Line of Scrimmage nicht übertreten, bevor der Pass gespielt ist.

Der Center eröffnet einen Spielzug, indem er den Ball durch seine Beine hindurch an seinen Quarterback übergibt (Snap).

Die Offensive Line ist eine sehr unscheinbare Position. Die Spieler werden von den Zuschauern meist nur wahrgenommen, wenn sie ihren Job nicht gut erledigen. Dabei zählt diese Position zu der wichtigsten im American Football. Hält die Line nicht, kann der Quarterback keinen vernünftigen Spielzug in die Wege leiten. Receiver, Runningback und Tight End werden nutzlos.

In der NFL ist ein O-Liner mindestens 192cm gross und bringt mindestens 130 Kilo auf die Waage. Dabei ist er aber trotz der Masse immer noch sehr beweglich. In Amateurkreisen (z.B. Sharks) stehen bereits Spieler mit einer Grösse ab 175cm und ab 90 Kilo in der Line.

 

Quarterback (QB)

Er ist der Spielmacher und der Kopf der Offense. Er verteilt die Bälle durch Pässe an seine Receiver / seinen Tight End oder er übergibt den Ball an seinen Running Back, damit dieser damit läuft. Er muss den vom Coach angesagten Spielzug an die Mannschaft vermitteln und in der Ausführung die bestmögliche Option finden, diesen erfolgreich zu gestalten. Noch vor oder auch während der Ausführung ist ein guter Quarterback in der Lage, den Spielzug an die Aufstellung der Defense anzupassen, sollte diese den Spielzug durchschaut haben (Audible). Wenn es die Spielsituation erlaubt oder erfordert, kann der Quarterback auch selbst mit dem Ball in Richtung gegnerische Endzone laufen. Die Position des Quarterbacks ist diejenige im American Football, welche die grösste Aufmerksamkeit geniest. Sieg oder Niederlage werden häufig an seinem Spiel festgemacht.

In der NFL wünschen sich viele Teams einen Quarterback, welcher mindestens 190cm gross ist. Es gibt aber auch kleinere, (z.B. Russel Wilson von den Seahawks) erfolgreiche Quarterbacks. In Amateurkreisen gibt es so gut wie keine körperlichen Anforderungen an den Quarterback.

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Runningbacks (RB,FB)

Unterteilt in Half- und Fullback bilden sie das Ballträgerduo. Während der Halfback als schneller und agiler gilt als der Fullback, der eher kräftig gebaut ist, wird er auch öfters als Ballträger eingesetzt. Der Fullback hingegen ist oft als Vorblocker auf dem Feld anzutreffen. In der heutigen Zeit werden die beiden Back`s auch oft als Passempfänger in sogenannten Trickspielzügen eingesetzt. Die Position des Runningbacks ist eine der am physisch anspruchsvollsten Positionen im American Football. Ein Runningback muss viel einstecken können, da er sich einen Weg durch die D-Line und die Linebacker bahnen muss, die teilweise sehr viel mehr wiegen. Ausserdem wird er oftmals von zwei-drei Gegenspieler gleichzeitig getackled. Im Gegenzug wird ein guter Runningback schnell zum Star seiner Mannschaft und zu einem Publikumsliebling.

Ein guter Runningback zeichnet sich zunächst durch seine Schnelligkeit aus, die Körpergröße ist nicht entscheidend. Runningbacks brauchen eine starke Unterkörpermuskulatur, um sich beim ersten Kontakt immer noch nach vorne schieben zu können. Kleinere Spieler haben eher die Stärke, schneller ausweichen zu können und können vom Gegner nicht so leicht getackled werden, aufgrund geringerer Angriffsfläche. Große Runningbacks haben dagegen den Vorteil, dass sie durch ihre Masse am Ende eines Laufes oftmals noch ein oder zwei Extra-Yards erzielen können, indem sie sich kraftvoll nach vorne werfen. Außerdem sind sie meistens nur schwer zu Boden zu bringen. Von einem guten Laufversuch spricht man, wenn er etwa vier Yards Raumgewinn einbringt. Mit vier Yards Gewinn pro Versuch braucht der Runningback nämlich nicht mehr als die zur Verfügung stehenden drei Versuche und erreicht so einen neuen First Down.

In der NFL sind Runningbacks oftmals die kleinsten in der Mannschaft (siehe obengenannte Gründe). Sie wiegen zwischen 90 und 110 (Halfback) und 105 bis 120 (Fullback) Kilo. In Amateurkreisen gibt es auch hier keine festen physischen Voraussetzungen. Ausser dass man viel einstecken können muss.

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Wide Receiver (WR)

Sie dienen dem Quarterback als Anspielstation für Pässe. Es sind schnelle und fangsichere Spieler, die eine Fülle von einstudierten Laufrouten beherrschen. Nach dem Snap des Centers zum Quarterback läuft er die Passroute des Spielzugs, der im Huddle angesagt wurde. Der Quarterback versucht nun mit einem zielgenauen Pass dem Receiver den Ball in den Lauf zu werfen. Dieser muss den Ball unter Kontrolle bringen, bevor der Ball den Boden berührt. Beim Fangen des Balles wird der Receiver von den Cornerbacks, Linebackern und Safetys behindert. Diese versuchen, den Ball für eine Interception abzufangen oder aber zumindest den Ball so wegzuschlagen, dass der Receiver ihn nicht mehr erreichen kann. Ziel des Receivers ist es, den Ball zu fangen und ihn anschließend in die Endzone zu tragen bzw. den Ball in der Endzone zu fangen, um so einen Touchdown zu erzielen. Der Receiver darf den Ball nur innerhalb des Feldes fangen. Das bedeutet, dass der Receiver, um den Ball nach Regeln vollständig zu fangen, die Kontrolle über den Ball erlangen muss, während er noch mit einem Körperteil innerhalb des Spielfeldes den Boden berührt, z. B. mit dem Fuss. Der Receiver darf vom Verteidiger erst gestört, d. h. berührt, werden, wenn dieser den Ball berührt hat. Kommt die Störung bereits vorher, nennt man dies Defensive Pass Interference, ein Foul, bei dem die Offense automatisch einen neuen First Down am Punkt des Fouls erhält. Andererseits darf auch der Receiver den Verteidiger nicht frühzeitig stören, um eine Interception zu verhindern. Dies wird mit 10 Yards Raumstrafe für die Offense bestraft. 

Bei den Receivern wird zwischen dem Slot-Receiver und den Wideouts unterschieden. Die Slot-Receiver spielen, wie es der Name bereits sagt, eher im Zentrum des Spielfeldes. Bei ihm ist die Körpergrösse nicht so sehr von Bedeutung. Da er sich im Zentrum bewegt, wird er normalerweise sehr schnell getackled und muss einiges einstecken können. Die Wideouts laufen ihre Routen eher an den Aussenlinien. Daher sind die Meisten dieser Receiver in den NFL über 185cm gross. Es gibt aber auch kleinere (z.B. Antonio Brown oder Odell Beckham Jr.), welche zu den Besten auf ihrer Position gehören. Ein Mindestgewicht ist auf dieser Position keine grundlegende Voraussetzung, eher Geschwindigkeit und Beweglichkeit. In Amateurkreisen sind auch auf dieser Position alle möglichen Typen anzutreffen.

 

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Tight End (TE)

Der Tight End ist eine Mischung aus Offensive Lineman und Wide Receiver. Bei Laufspielzügen ist es die Aufgabe des Tight Ends, zusammen mit den Tackles, Guards und dem Center, dem Runningback den Weg frei zu blocken. Bei Passspielzügen hingegen läuft er genau wie die Receiver seine vorgegebene Passroute, um sich als Passempfänger anzubieten und den Ball zu fangen. Allerdings kann er auch bei Passspielzügen zusammen mit den anderen O-Linern blocken. Meist wird der Tight End vor Beginn des Spielzugs direkt neben dem Tackle aufgestellt. Diejenige Seite der Offense, auf der der Tight End aufgestellt wird, wird als Strongside (starke Seite), die gegenüberliegende als Weakside (schwache Seite) bezeichnet. Oft bestimmt dies dann die Zuordnung der Linebacker oder des Strong Safetys der gegnerischen Defense.  

Ein guter Tight End sollte möglichst groß (NFL ab 185cm) und kräftig (NFL zwischen 95 – 120 Kilo) sein, aber dennoch über eine gewisse Grundschnelligkeit verfügen und sehr gut fangen können, da er meist für kurze Pässe als Passempfänger dient und deshalb nicht viel Zeit hat, sich auf das Fangen des Balls vorzubereiten. Die Bedeutung des Tight Ends ist von Mannschaft zu Mannschaft und von System zu System unterschiedlich. In manchen Teams fängt der Tight End mehr Bälle als die Wide Receiver, in anderen wird er nur selten – wenn überhaupt – angespielt. Da der Tight End bei Passspielzügen in der Regel nicht direkt in Manndeckung genommen wird, fungiert er häufig als Sicherheitsoption für den Quarterback, der ihm den Ball in letzter Sekunde auf kurze Distanz zupasst, wenn die Wide Receiver von der Defense zu eng gedeckt werden und der Druck auf den Quarterback zu groß wird.

Auch in Amateurkreisen ist der Tight End eher einer der schwereren Jungs, der dennoch gut fangen und laufen können muss. Auch seine Blockarbeit muss sich sehen lassen können.

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